Montag, 19. November 2007

Vater des Tages

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Oder letzte Woche. Dabei ist es jetzt schon über zehn Jahre her.
Rezi wählte das Thema "Monty Python", John entschied sich für das heikle Thema "Legalisierung von Hanf. Jetzt!" Halconito kaufte sich für 10 Brötli und 10 Schockistängeli den alten, fixfertigen "The Clash" Vortrag von Rezi und ich referierte über "Illegales Graffiti". Mann wollte sich halt vor versammelter Klasse positionieren, hatte es doch zwei-drei härzige Mädels darunter.
Meine Eltern wussten natürlich nichts über diesen Vortrag. Geschweige dann, dass sie mir bei der Recherche geholfen oder mir gar den ganzen Vortrag fixfertig produziert hätten, wie Rezi dem Halconito.
Heute scheint sich das geändert zu haben, wie sich auch die Zeiten geändert haben. Doch der Reihe nach.
Bei einem Streifzug durch die Weiten des WorldWideWeb stiess ich im Blog des Stadtwanderers auf einen lustigen Artikel zum Thema Graffiti.
Der Stadtwanderer schreibt dort unter anderem, dass er auf seinem täglichen Weg zur Arbeit sich die Zeit verkürzt, indem er Graffitis zählt. Auf seinen 8 Kilometern zwischen Wohnen und Arbeiten kommt er schon mal an die 400 Exemplare.
Bei den Kommentaren zu besagtem Artikel las ich folgenden Eintrag, welcher mich nachdenklich stimmte:

hallo stadtwanderer
ein thx für dini syte....1a. ich bi uff dr suechi nach byträg über graffiti für mi sohn. är mues e vortrag in dr schuel mache über das thema. so bini ebbe über dini syte g,stolperet und mues sage......... eifach guet. so spontan würd ich di gärn e mol nach basel ilade , so das du dir e mol kasch e bild über graff und taks in basel mache.

ich sag toll g,machti syte und mach wyter so.
gang jetzt no die andere byträg go aluege vo dir.

gruess rolli uss basel


Recherchieren moderne Väter für Vorträgen ihrer Kinder im Web über illegale Freizeitbeschäftigungen? Wo bleibt da die Rebellion? Was wird bloss aus dieser Generation?

Kommentare:

  1. Wie du richtigerweise erkannt hast, passiert nichts in meinem Leben. Gegenfrage: Weshalb muss ein Leben bzw. ein Blog spannend und spektakulär sein? Mein Blog soll den Kontrast zwischen realer Wirklichkeit und der von der Werbung kreierten Wirklichkeit aufzeigen. Das Leben ist nicht spannend, sondern sehr langweilig. Es ist vielleicht sooft spannend, wie es dir im Jahr gelingt einen Quickie auf der Toilette eines dreckigen Clubs durchzuziehen. Also ungefähr 2 mal im Jahr.

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  2. also ich lese schon lieber interessante blogs von Menschen, welche ein spannendes leben führen, seie dies als freier, nutte, taxifahrer, ceo und was es noch alles so für blogs aus dem bereich elektronische tagebücher gibt.
    hat dir das eigentlich ein dozent an der uni eingeflösst, dass das leben nur in der werbung spannend sei?
    dann arbeite mal an deiner quote, 2 mal im jahr sind ein sehr bescheidener schnitt. und dann noch in dreckigen toiletten.
    viel spass, vielleicht schau ich wiedermal bei dir vorbei.

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  3. Offensichtlich ist dein Leben ähnlich langweilig, ansonsten würden dich spannende Blogs nicht interessieren. Verkörpern sie doch etwas, was einem selbst vergönnt bleibt.

    Aber wer sagt, dass Langeweile nicht spannend sein kann? Sie kann durchaus spannend sein, falls man eine gewisse Freude an Zynismus empfindet.

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  4. Ich habe dir schon mal geschrieben, dass ich sehr neugierig bin. darum schau ich mir auch alles mal an. sogar deinen blog. aber regelmässig lese ich nur unseren. vor allem elektronische tagebücher interessieren mich nicht.
    noch viel spass mit kollege zynismus, ich ess jetzt apfelmus

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  5. Nanana wer wird denn da gleich böse werden? Höhö.

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  6. gut beobachtet, stadtwanderer

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  7. Lieber bünzli, an deiner stelle würde ich deinen vortrag von damals dem rolli aus basel zur verfügung stellen. oder seinem sohn.

    ach was haben wir damals gelacht...

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  8. Ich hatte in der vierten Klasse auch meinen ersten Vortrag. Und machte ihn über - was wohl - Graffiti. Natürlich zum Entsetzen meiner Eltern, welche diesen Vortrag, der an einem elternabend vorgetragen wurde (ja, vor allen Eltern meiner schulkollegen), mit einem verkrampften lächeln bewundern durften. Ich werde die Gesichter der werten Elternrunde (die meisten waren wohlhabende aus bürgerlichen Kreisen) nie vergessen, als ich ihnen über "street bombing" referierte. Der abschliessende Satz "ich möchte später auch mal Sprayer werden" kam gar nicht gut an. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen Eltern entschuldigen, dass ich sie derart beschämt habe. Für sie tuts mir wirklich Leid. Obwohls ein Spass war, als 10jähriger Dreikäsehoch, der gerade seine erste CD gekauft hat (ihr wisst welche), die Bünzli-Eltern des B-Quartiers zu schockieren. Meinem Lehrer hat's aber sehr gefallen, hab ein 6er gekriegt. Herr Pauli war halt auch ein LInker.

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  9. hihihi, gute geschichte.

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  10. Falls ihr gerade das Spiel der Schweizer Nazi schaut könnt ihr ja auch ein paar Witze von Benni Turnheer übernehmen und hier posten. Benni ist heute mal wieder in sauglatter Laune!

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  11. Unser niveau ist eher der beni aus der schweizer hits sendung.

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  12. beni ist wintechtuchech

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  13. auch ich habe den obligaten grafitivortrag hinter mich gebrach, in der 2.sek glaube ich. ich habe dabei um "zit zu sparen " paralell" swiss cheese laufen lassen. alle haben gebannt auf den fernseher geschaut während ich unbemerkt den gesamten vortrag abgelesen hatte. zum auswendiglernen hat mir nämlich auch die zeit geehlt..

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