Donnerstag, 22. Januar 2009

Zahlen im Tram

Neulich im 7ner-Tram. Vor mir sitzt eine Dicke, neben ihr eine Dame mit Kopftuch. Die Beiden scheinen sich zu kennen. Die Dicke liest die Pendlerzeitung 20 Minuten.

Dicke zur Dame mit Kopftuch: "Der 44. Präsident von Amerika, schon geil! 44 ist eine geile Zahl. Sowieso Zahlen!"

Dame mit Kopftuch zur Dicken: "Wieso Zahlen?"

Dicke zur Dame mit Kopftuch: "Schnapszahlen, sonstige lustige Zahlen, halt einfach so Zahlen. 15 zum Beispiel, meine Lieblingszahl. Oder 5 zum Beispiel, wegen meiner Lieblingszahl, eben 15 durch 3. Oder 1, die erste Zahl, oder 9 die höchste einstellige Zahl. 7 wegen der Bibel. Gott hat die Welt in 7 Tagen erschaffen. Weisst du, dass darum die Woche 7 Tage hat? Hat die Woche bei euch unten auch 7 Tage?"

Dame mit Kopftuch zur Dicken: "7 Tage wegen Gott? Weiss ich nicht."

Dicke zur Dame mit Kopftuch: "Hat die Woche bei euch unten auch 7 Tage?"

Dame mit Kopftuch zur Dicken: "Weiss nicht, glaube ich schon."

Dicke zur Dame mit Kopftuch: "Das musst du doch wissen. Ist doch normal! Ist überall so. Weil Gott hat die Welt in 7 Tagen erschaffen. Oder 13, meine Unglückszahl. 99 ist auch geil. Nicht ganz Hundert. Hahaha. Checksch? Oder auch so 50 oder 20. Sind auch schöne Zahlen. Eigentlich sind alle Zahlen schön. Es gibt aber auch solche, die sind nicht so schön. Zum Beispiel 4. 4 bedeutet nichts. Einfach eine Zahl. Dafür ist 3 noch schön. Hat so was Magisches, die 3. Die 3 ist ähnlich wie die 7. 8 ist schön, weil am 8. habe ich Geburtstag. Weisst du wie geil, wenn man zum Beispiel am 8.8.1988 Geburtstag hat. Wenn ich heiraten würde, dann am 9.9.2009. Die 2 ist einfach irgendwie auch noch cool. Was ist deine Lieblingszahl?"

Dame mit Kopftuch zur Dicken: "Wir müssen aussteigen!"

Kommentare:

  1. welch ein Erinnerungsvermögen, Herr Bünzli. Im Zusammenhang mit Zahlen ist mir nur eins geblieben, der Neujahrswunsch '70, den ich damals aber nicht verstand: "Keep sixtynining in the seventies..."

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  2. von http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29595/1.html

    “Ich habe abstrakte Informationen – beispielsweise Zahlen – immer in visueller, dynamischer Weise gedacht”, berichtete Tammet dem Wissenschaftsmagazin [extern] Scientific American. Zahlen und Wörter sind für den Briten nicht einfach dürre schwarze Zahlengerippe und Buchstabenfolgen, sondern sie haben eigene Formen und Farben, sogar eigene Persönlichkeiten, wandeln sich, sind lebendig. “Zahlen sind meine Freunde… Jede ist einzigartig und hat ihre ganz eigene ‘Persönlichkeit’. Elf ist freundlich und Fünf ist laut, während Vier still und schüchtern ist…”, führte Tammet in seiner Autobiografie aus. Wenn er zähle, bildeten die Zahlen Bilder und Muster vor seinem inneren Auge.

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  3. Ist bei mir auch so!

    Der Franzose

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